Winde - Nichts als bewegte Luft
Geschrieben von TheBlackPlayer Geschrieben am Sunday, 05.November. @ 12:40:49 CET
Kleines windiges ABC
Die Beaufort-Skala (Bft) dient zur Ermittlung der Windstärke in Boden- oder Wasseroberflächennähe. Ihren Namen hat sie vom britischen Admiral Sir Francis Beaufort (1774-1857)...
... die Beaufort-Skala hat 12 Stufen. Ein Sturm ist auf der Beaufort-Skala Stufe 9 (75 km/h) bis 11 (115 km/h). Ein Blizzard ist ein Schnee- und Eissturm in Nordamerika. Blizzards können Orkanstärke erreichen. Blizzards bringen eisigen (-12 °C) Wind (50km/h, ca. 6-7 Beaufort), starke Schneefälle (150m Sicht), Eisregen, Dauerfrost und Verkehrschaos mit sich. Blizzards kommen so nur in Nordamerika vor, wenn Luft vom Nordpol an der Rückseite durchziehender Tiefdruckgebiete bis nach Mexiko vorstoßen kann. Das ist aber nur möglich, da in Nordamerika kein störendes Gebirge von West nach Ost verläuft. Die beiden Gebirgszüge Apalachen im Osten und Rocky Mountains im Westen verlaufen beide von Nord nach Süd.
Der Bora ist ein Fallwind südlich der Alpen in Norditalien und Dalmatien. Allerdings ist er kalt, der Fallwind nördlich der Alpen ist warm und heißt Föhn. Bora kommt vom griechischen „boreas“, das steht für Nordwind. Und das Volkswagen ja schon so einige Autos nach Winden benannt hatte wurde der Golf IV mit Stufenheck nicht „Jetta“ sondern „Bora“ getauft. Der Golf III mit Stufenheck hieß übrigens „Vento“, das ist italienisch für „Wind“.
Der Chamsin ist ein Wüstenwind in Ägypten. In anderen Mittelmeergegenden heißen solche warmen Südwinde anders. Chamsin kommt aus dem arabischen und bedeutet „fünfzig“. Der Wind ist trocken heißer, staub- und sandhaltig, kommt meistens aus dem Süden in den 50 Tagen nach der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche.
Chinook ist ein Indianerstamm, ein Hubschrauber und ein warmer Fallwind an der Ostseite der Rocky Mountains.
Warme Fallwinde haben wir auch in Deutschland, bei uns heißt der Föhn und kommt von den Alpen nach Bayern. Der Jetstream (auf deutsch eigentlich „Strahlstrom“) ist ein Höhenwind über der Troposphäre. Da unser Wetter in der Troposphäre „gekocht“ wird gibt es im Jetstream keine Wolken. Der Jetstream weht von Westen nach Osten mit Geschwindigkeiten zwischen 150km/h und 600km/h
Wichtig ist der Jetstream für die Luftfahrt, da in dieser Höhe Flugzeuge fliegen. So lernten US-Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg die unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten zu nutzen, als sie nachjapan flogen. Die Japaner hatten ihrerseits wohl versucht über den Jetstream Ballons mit Bomben in die USA tragen zu lassen.
Föhn kommt aus dem lateinischen „favonius“ was für „lauer Westwind“ steht. Später ließ sich die Firma AEG den Begriff für ihre Haartrockner schützen. Föhn gibt es in Deutschland im Alpenvorland. Der Name passt durchaus, denn der Föhn ist ein warmer Wind.
Mistral ist vieles, ein Wind, ein französischer Dichter aus der Provence, eine olympische Bootsklasse und ein Surfboard.
Der Wind ist jedenfalls ein kalter, trockener Nordwind in Südfrankreich, besonders im Rhonetal. Mistralähnliche Landwinde haben in anderen Mittelmeerländern auch andere Namen wie Aurassos, Cisampo oder Cierzo.
Vorteil des Mistral: Schönes Wetter, denn er bläst die Wolken aufs Mittelmeer. Nachteil des Mistral: Es wird frisch bis kalt und wer badet muss damit rechnen, dass seine aufblasbaren Schwimmtiere vom Wind erfasst, aufs Meer hinausgetragen und verloren sind. Und Schlauchboote kann der Mistral natürlich auch raustragen. Im Zweifelsfall besser an Land bleiben.
Monsun kommt aus dem Arabischen und steht für „für die Seefahrt geeignete Jahreszeit“. Im Sommer wehen Monsunwinde vom Meer ans Land und im Winter von den Kontinenten auf Meer hinaus. Typisch sind diese Winde für Südasien.
Formell haben Meterologen den Begriff Monsun aber erweitert. Monsunwetterlagen sind großräumige, mit den Jahreszeiten wechselnde Luftströmungen bei denen sich die Windrichtung um mindestens 120¼ ändert.Orkane nennt man „normale“ Tiefdruckgebiete bei uns, die durch starke Temperaturgegensätze zwischen warmer Meeresluft und polarer Kaltluft entstehen. Es handelt sich dabei um sogenannte Sturmtiefs.
Passate sind Autos aus Wolfsburg aber ursprünglich sind es Winde, die von den Subtropen zum Äquator wehen. infolge der Bodenreibung und Erddrehung Auf der Nordhalbkugel sind sie Nordostpassate, auf der Südhalbkugel Südostpassate. Der Unterschied ergibt sich aus der Erddrehung.Im einem Sandsturm mit 50km/h fliegen die groben Körner und kleinen Kieselsteine ca. 1m hoch, d.h ducken im Sandsturm tut eigentlich mehr weh als stehenbleiben. Allerdings fliegt etwas höher der feine Sand, der alles zusandet, wenn es nicht abgedichtet ist.
Auch der Schirokko inspirierte eine Autofirma zur Namengebung. Der Wind dazu ist ein heißer staubiger Südwind. Je nach Gegend heißt er in Italien Schirokko, in Ägypten, Chamsin, in Libyen Gibli und in Vorderasien Samum (arabisch für „Giftwind“). In der römischen Mythologie heißt der Schirokko Auster, in der griechischen ist es der Notos.
Tornados können weltweit dort entstehen wo es auch Gewitter gibt. Bekannt für Tornados sind natürlich die USA mit ihrer „Tornado Alley“ in den Bundesstaaten Texas, Oklahoma, Kansas und Nebraska. Dort kommt es meistens im Mai und Juni zu 500 bis 600 Tornados im Jahr. Tornados bilden anfangs einen unsichtbaren Luftwirbel, der durch kondensierenden Wasserdampf, Staub, Trümmer oder Wasser sichtbar wird. Tornados können schlauch- oder trichterförmig sein. Meistens haben sie einen Durchmesser von gerade 50 Metern und sind 50 bis 60 Km/h schnell. Im Wirbel dreht sich das Ganze aber mit bis zu 450 km/h.
Bei uns in Deutschland nennt man Tornados gerne Windhosen, aber die Bezeichnung klingt eigentlich zu harmlos. Denn auch bei uns wirken Windhosen wie Tornados und zerstören Wohnwagen komplett, decken Häuser ab und drehen Bäume in der Mitte ab. Daher gehen die Wetterdienste dazu über Windhosen auch Tornados zu nennen.
Tropische Wirbelstürme sind auch Sturmtiefs. Sie nennt man in der Karibik und im Golf von Mexiko Hurrikan, im westlichen Pazifik Taifun, in Indien Zyklon, in Australien Willy-Willy(!!!!). Sie entstehen über großen, warmen Meeresflächen, wenn das warme Wasser die umgebenden Luftmassen erwärmt. Diese Sturmtiefs haben einen Durchmesser von mehreren hundert Kilometern. In ihnen werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 400 km/h erreicht. Im Zentrum eines tropischen Wirbelsturms ist das sogenannte „Auge“, das ist windstilles und wolkenloses Gebiet mit rund 20 km Durchmesser.Ein Ventilator oder Fächer macht nicht kalt. Er bewegt nur die Luft, die auf unserer Haut dann Feuchtigkeit verdunsten lässt. Dieser Vorgang entzieht der Haut Wärme und es erscheint uns kühler. Die Lufttemperatur aber bleibt gleich.
Ein elektrischer Ventilator erhöht sogar die Raumtemperatur, denn der Moter erzeugt Wärme.
Die Commonwealth Bay an der antarktischen Küste ist die windigste Gegend der Erde. Dort wird öfters 320 km/h Windgeschwindigkeit gemessen.
Die höchste Windgeschwindigkeit an der Erdoberfläche wurde am 24. April 1934 auf dem Mount Washington (USA) mit 371 km/h gemessen.
Windkraftwerke erzeugen in Deutschland zur Zeit (2005) rund 2% des Strombedarfs.
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